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Was kann man gegen Silberfische unternehmen?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:49
Silberfischchen sind lichtscheu und bewegen sich sehr schnell fort.

Vermutlich haben schon viele Menschen in Wohnungen, entweder zu Gast oder in den eigenen vier Wänden, in Bürogebäuden oder in Toilettenanlagen ein flink am Boden krabbelndes, silbergraues, kleines „Getier“ wahrgenommen: es handelt sich dabei um das Insekt Silberfischen. 

Durch ihre zügige und schlängelnde Fortbewegung, ebenso wie ihre langen Fühler, sind die grundsätzlich harmlosen Tierchen zumeist nicht gerne gesehen und erhalten oftmals Ekel und Scheu, als Reaktion auf ihr Erscheinen. Die liebsten Verstecke der Silberfische im Wohnraum sind das Badezimmer, lose Wandtapeten, Fugen und Ritzen im Boden und Orte unter Teppichen. 

Seinen Namen erhielt das krabbelnde Ungeziefer, weil es durch seine Silberschuppen silbrig schimmert und über einen stromlinienförmigen Körper verfügt. Die Insekten Gruppe „Fischchen“ existiert tatsächlich als Insekten-Zuordnung und weist in Mitteleuropa in etwa fünf Gruppen von weltweit 330 Arten auf. Da Silberfischchen auch Schimmelpilze fressen, werden sie von manchen Menschen als „Nützlinge“ bezeichnet. Des Weiteren ernähren sich Silberfische von Haaren, Zucker, Papier, Kleister, Stärke, Klebstoff, Hautschüppchen, Kunstfaser, und vielem mehr. Ein sieben Monate langes Hungern, kann den Insekten nichts anhaben, weshalb sie so resistent sind. 

Silberfischchen sind lichtscheu und bewegen sich sehr schnell fort. Ihre Gesamtlänge beträgt in etwa einen Zentimeter, den sie, je nach vorherrschenden Lebensbedingungen, nach ca. vier Monaten bis drei Jahren erreichen. Silberfischchen lieben es warm und dunkel. Ihre Eier legen sie bevorzugt in Rillen im Boden, beispielweise im Teppich, wo es schön warm ist, ab.

  • Silberfischchen sind Nachttiere. Sie suchen auch nächtlich nach Futter. Wer also am Tag mehrere dieser Insekten sieht, kann nachts noch umfassender fündig werden. 
  • Um Silberfischen zu vernichten, gilt es ihren „Herd“, an dem sie entspringen und schlüpfen, ausfindig zu machen, sonst wird die Plage nicht einzudämmen sein. 
  • Zur Vermehrung benötigen Silberfischen warme und feuchte Umgebung. Wer also einen extremen Befall wahrnimmt, muss ohnedies nach einem Feuchtigkeits- und Schimmelpilzproblem Ausschau halten.

  • Um gegen Silberfischchen anzukämpfen benötigt man 
  • Silberfischchenköder
  • Aufgeschnittene Kartoffel
  • Geruchsnuancen wie Zitronenöl und Lavendelöl
  • Zucker-Backpulvermischung
  • Salmiak

  1. Ein Auftreten der Silberfische ist kein Zeichen für Unhygiene in der Wohnung. So sauber und steril es auch sein mag, die Tierchen finden, da sie was ihre Nahrung betrifft so vielseitig sind, immer Proviant. 
  2. Die Räume verstärkt lüften und sie kühl und trocken halten, sorgt für ein Anti-Silberfisch-Klima. Entgegen dieses durchlüfteten Raumklimas, mögen die krabbelnden Insekten es sehr warm (am besten 20-30 Grad), feucht und ungelüftet. 
  3. Das Aufstellen einer aufgeschnittenen Kartoffel, lockt die Tiere, aufgrund ihrer Stärke an. Ein Aufsammeln der angelockten Insekten wird dadurch ermöglicht. Zumeist werden jedoch nur ein Teil der tatsächlich vorherrschenden Silberfische angelockt. 
  4. Auch ein Silberfischköder, kann die Fischchen anlocken. Oftmals versagen industriell gefertigte Köder allerdings und locken sie weder ausreichend an, noch halten sie die Tiere fest. Es existieren jedoch auch Köder, welche die Tiere nicht anlocken und festhalten, sondern ein für die Brut giftiges Mittel enthalten, dass das Fischchen in das „Nest“ mitnimmt und so seine Eier schädigt. 
  5. Das Aufstellen und Aufträufeln von Lavendel- oder Zitronenöl oder einem Salmiak-Wasser vertreibt Silberfischchen. Es verhindert, dass sie des Nächtens wiederkehren. Allerdings müssen das Öl oder das Wasser von Zeit zu Zeit erneuert werden. 
  6. Ein Bestreuen der Fugen und Ritzen in denen sie sich verstecken, mit einer Zucker-Backpulvermischung verhilft auch zu einem Bekämpfungserfolg: durch den Zucker werden die Tiere angelockt, das Backpulver dehnt sich aus, wenn Feuchtigkeit draufstößt. 
  7. Die Silberfische haben zwei natürlich Feinde: den Ohrwurm und Spinnen aller Art. Die Haltung diese Insekten ist meist mit genauso viel Ekel behaftet und daher nicht wirklich anzuraten. Des Weiteren sind diese zwei Feinde mit der Jagd nach den flinken Tierchen heillos überfordert: sie sind zu schnell und tummeln sich lediglich in sehr engen Fugen. 
  8. Wenn alles nicht mehr hilft, kann zu Chemikalien gegriffen werden. Doch diese chemischen Sprays und Tinkturen können einerseits auch dem Menschen schaden und andererseits vermag man damit, so lange der Ursprungsort der Tiere, an dem sie sich vermehren und entspringen, nicht gefunden wurde, der Plage nur partiell zu Leibe rücken. 
  9. Das Engagieren eines Kammerjägers kann in schlimmen Fällen immer zum Erfolg führen. Dieser weiß genau, wo die Tiere bevorzugt ihren Usprung nehmen, was es für Gründe für ihr Vermehren gibt (z.B. zu hohe Feuchtigkeit) und wie man gezielt und rasch dagegen vorgeht.

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