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Was versteht man unter Nachbarrecht?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:47
Wer selbst ein Haus baut, bindet sich meist Jahre an eine Wohngegend und damit an seine Nachbarn.

Wer selbst ein Haus baut, bindet sich meist Jahre- wenn nicht sogar jahrzehntelang an eine Wohngegend und damit an seine Nachbarn. Mit der Beachtung einiger rechtlicher Vorschriften kann man schon während des Hausbaus verhindern, dass ein vehementer Rechtsstreit in Kraft tritt. Ist das Verhältnis erst einmal getrübt, lässt es sich schwer wieder einrenken.
Um die Rechte und Pflichten eines Bauherrn zu kennen, muss man sich zunächst einen Überblick des aktuellen Nachbarrechts beziehungsweise Nachbarschaftsrechts verschaffen und gegebenenfalls Handlungen unterlassen oder Bebauungen unterlassen, die diese Rechte beeinträchtigen.

  • Neben privaten Rechten, die im BGB (§§ 903ff) verankert sind und das Grundstück als Sache schützen, sind öffentliche Vorschriften zu befolgen, die sich unter anderem an die Bebauung eines Grundstückes richten. 
  • Zu beachten ist, dass jedes Bundesland eigene Gesetze festlegt, die zur Wahrung der jeweiligen Sitten des Landes dienen. Diese gelten zusätzlich. Des Weiteren werden Gesetze unterschiedlich ausgelegt, sodass eine starke Beeinträchtigung des Einen vom urteilenden Richter aus hinzunehmen sei.
  • Wechselseitige Beeinträchtigungen von Nachbarn sind in keinem Fall auszuschließen, seien es akustische, optische oder andere Wahrnehmungen, herunterfallende Blätter oder Überwuchs von Pflanzen. Jedoch sind bestimmte Verhaltensweisen nicht erlaubt.

  1. Der Verlauf der Grenzen muss gewahrt werden. Fremde Grundstücke dürfen nur nach Genehmigung betreten werden. 
  2. Die Bebauung und Bepflanzung von Grenzen ist gesetzlich geregelt. Es gelten Mindestabstände. Hierunter fallen auch Dachüberhänge oder Ähnliches.
  3. Die Errichtung von Mauern oder Ähnlichem auf der Grenze ist nur mit Genehmigung des Nachbarn möglich. Im Rahmen der Grenzabmarkung besteht Mitwirkungspflicht.
  4. Im Zweifelsfall solche Verabredungen immer schriftlich bestätigen lassen.
  5. Ebenso betreffen auf Grenzen wachsende Bäume beide Parteien.
  6. Notwege müssen vom Nachbarn auf seinem Grundstück geduldet werden, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Entschädigend ist eine Zahlung festgelegt.
  7. In der Zukunft sind Handlungen zu unterlassen, die den Nachbarn stören. Dabei hat der Nachbar beispielsweise den Lärm spielender Kinder oder den Geruch gelegentlichen Grillens zu dulden. 
  8. Hier ein Link mit Hinweisen über Erlaubtes und Verbotenes. 
  9. Aber: Auf eine bisherige Rechtsprechung sollte man sich im Zweifelsfall nicht verlassen, denn wenn erst einmal ein Nachbarschaftsstreit provoziert ist, nimmt dieser in vielen Fällen ungeahnte Ausmaße an.

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