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Wie heizt man einen Holzofen an?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:44
Einige Tipps und Tricks rund um Holzheiztechnik.

Preissteigerungen für Heizöl und Gas und die Klimadebatte haben zu einer deutlichen Zunahme des Heizens mit Holz geführt. Das ergibt aber auch Probleme, gerade in dicht besiedelten Gebieten: Feinstaub, rußende Kamine und häufig auch unangenehme Gerüche von schwelendem Holz. All das muss nicht sein, wenn die neuesten Erfahrungen der Holzheiztechnik berücksichtigt werden. Ein Holzofen ist nicht nur romantisch sondern ist auch eine CO2 neutrale Art und Weise zu heizen.

Bitte beachten

  • Am und in der Nähe des Holzofens dürfen keine brennbaren Gegenstände sein
  • Die Luftklappe zum Schornstein muss geöffnet sein, sonst droht Erstickungsgefahr

Dinge die benötigt werden

  • Gut getrocknetes gespaltenes Holz 
  • Anmachholz, vorzugsweise Nadelholz, in der Größe von ca. 2 x 2 cm und so lang, dass sie noch quer in den Ofen passen.
  • Anzündhilfen, bewährt und preiswert sind ölgetränkte Presspappenstücke
  • Streichhölzer

  1. Zuerst werden die trockenen Holzscheite in den Ofen gelegt, möglichst auf ein noch vorhandenes Aschebett, damit die Glut nicht sofort in den Aschekasten fällt.
  2. Auf die Holzscheite werden die Anzündhölzer gelegt, und zwar vier Stück, die ein Viereck bilden, in dessen Mitte die Anzündhilfe gelegt wird.
  3. Dann werden alle Lüftungsklappen geöffnet: von der Klappe zum Schornstein angefangen bis hin zu den beiden Luftzufuhrklappen im unteren Bereich des Holzofens.
  4. Die Anzündhilfe wird mit einem Streichholz entflammt, der kleine Klotz brennt ungefähr fünf bis sieben Minuten. Diese Zeit reicht aus, um die Anzündhölzer zum Brennen zu bringen. Dafür muss erst noch die Restfeuchtigkeit verdrängt und eine Temperatur von über 100 Grad erreicht werden. Nadelholz brennt schnell und heiß und ist daher ideal zum Anzünden eines Holzofens. 
  5. Das Feuer brennt ruhig, ruß- und rauchfrei von oben nach unten durch. Die Holzscheite unter dem brennenden Anzündholz verlieren Feuchtigkeit, dampfen aber gleichzeitig Holzgase aus, die in dem Feuer verbrennen. 
  6. Durch die maximale Frischluftzufuhr brennt das Holz schnell ab, es bildet sich ein Glutbett, auf das nun Holz nachgelegt werden kann. Je nach Ofenart wird entweder die Brennkammer wieder komplett gefüllt oder es werden sukzessive zwei bis drei Scheite nachgelegt.
  7. Holz benötigt zur Verbrennung eine seitliche Luftzufuhr, daher wird die untere Zuluftklappe – meist in der Höhe des Aschekastens - nach dem Anfeuern geschlossen, die obere Luftzufuhr bleibt während des gesamtem Brennvorganges ganz geöffnet.
  8. Ist der Ofen heiß genug, wird nach dem letzten Abbrand auch diese Luftklappe geschlossen, damit nicht warme Raumluft durch den Schornstein nach außen geleitet wird. Ein weiteres Nachlegen ist nicht sinnvoll, da ein sehr heißer Ofen nicht mehr Hitze abgeben kann. Erst wenn der Ofen deutlich abgekühlt ist, sollte wieder nachgelegt oder neu angezündet werden.
  9. Um die Glut bis zum nächsten Morgen zu erhalten, können am Abend auch einige Braunkohlenbriketts in die Glut gelegt werden.

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