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Wie verhindert man Schimmelpilz im Haus?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:43
Wichtig ist, dass die mit Wasserdampf angereichte Luft in kurzer Zeit komplett ausgetauscht wird.

In Zeiten der Energie- und Finanzkrise aber auch der globalen Erwärmung steht eines bei den meisten ganz oben: Energie sparen! Es wird an allen Ecken und Enden isoliert, Altbauten in Wärmedämmung verpackt und mit neuen Fenstern versehen, die einen immer besseren Isolierungswert haben und kaum noch Wärme durchlassen, Neubauten werden luftdicht gemacht um möglichst keinen Energieverlust verzeichnen zu müssen. Das alles ist selbstverständlich durchaus vernünftig. Allerdings wird häufig eines vergessen: In einer solchen weitestgehend dichten Hülle bildet sich Schwitzwasser. Was bei Altbauten durch zugige Fenster und undichte Mauerritzen abziehen konnte, verbleibt in gut isolierten Häusern. Und das kann problematisch werden. Die Bewohner neu isolierter Häuser oder Neubauobjekte müssen also zwingend ihr Verhalten ändern, um Schimmelbildung zu vermeiden. (Ausnahme: Das Objekt verfügt über eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.)

  • Wichtig ist, dass die mit Wasserdampf angereichte Luft in kurzer Zeit komplett ausgetauscht wird. 
  • Dazu sollte man zwei gegenüberliegende Fenster eines Zimmers oder einer Etage komplett öffnen und so „querlüften“. Der Durchzug bewirkt ein schnelles Austauschen der Raumluft. Dazu reichen in der Regel wenige Minuten. 
  • Die Wände sollten nicht auskühlen um Kondenswasserbildung zu verhindern. Anschließend sollten die Fenster wieder ganz geschlossen werden. Die nun im Raum befindliche frische Luft wird erwärmt und kann wieder Wasser aufnehmen. 
  • Der Lüftungsvorgang sollte mehrmals am Tag wiederholt werden. Die Anzahl der Lüftungsvorgänge hängt von den individuellen Bedingungen ab – eine alleinstehende berufstätige Person produziert weniger Wasserdampf als beispielsweise eine Familie mit 4 Kindern. 
  • Wichtig: Im Winter keine gekippten Fenster! Das ständige Eintreten von kalter Luft kühlt die Wand oberhalb des Fensters aus. Auf der kalten Oberfläche schlägt sich Wasserdampf nieder, was zur Schimmelbildung führen kann.

Richtig Lüften

  1. Die Menge des immer wieder neu in die Raumluft abgegeben Wasserdampfes ist erheblich - in der Küche wird Wasserdampf produziert, beim Wäschewaschen und –trocken, Zimmerpflanzen geben Wasserdampf ab und natürlich jeder Bewohner. 
  2. Wenn es nun durch gute Isolierung keine „zwangslüftung“ mehr gibt, muss diese wassergeschwängerte Luft nun nach außen transportiert werden. Und das geschieht durchs Lüften. 
  3. Richtiges Lüften ist Grundvoraussetzung für ein gesundes Wohnklima. 


Lüften im Winter.

  1. Grundsätzlich sei gesagt: je wärmer die Luft, desto mehr Wasserdampf kann sie binden. 
  2. Das ist im Winter ein großer Vorteil, denn durchs Lüften bekommen wir trockene Luft ins Haus, die sehr viel Wasser aufnehmen kann.


Lüften im Sommer

  1. Im Sommer ist die Außenluft oft von hoher Luftfeuchtigkeit. Diese sollte möglichst nicht ins Haus kommen, da sie sich gerade bei gut isolierten Objekten auf den kühlen Wänden niederschlagen kann. 
  2. Es sollte früh am Morgen oder spät am Abend oder nachts gelüftet werden – ebenfalls mit Querlüftung wie im Winter. Tagsüber sollten die Fenster geschlossen sein, um die Wärme draußen zu lassen.
  3. Wer diese Grundlagen konsequent umsetzt, wird mit Schimmelpilzen wenig Probleme bekommen.

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