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Wir bohrt man ein Loch in eine Glasscheibe?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:50
Dieses sehr schwierige Unterfangen verlangt sehr viel Fingerspitzengefühl.

Dieses sehr schwierige Unterfangen verlangt sehr viel Fingerspitzengefühl und handwerkliches Geschick, denn die Anbringung einer Bohrung in Glas in so ziemlich das Schwierigste, womit ein Heimwerker ohne besondere technische Ausrüstung konfrontiert werden kann.

  • Die Hauptschwierigkeit besteht darin, den Bohrvorgang ohne Wärmeentwicklung und ohne mechanische Beanspruchung des Glases auszuführen. 
  • In der Industrie werden derartige Bohrungen mit speziell für diesen Einsatz konzipierten Diamantfräsern ausgeführt; diese Option hat der normale Heimwerker in aller Regel jedoch nicht.

  • Zunächst sollte ein ähnliches Stück Glas wie das zu bohrende als Testobjekt herhalten, um sich mit dem Vorgang genügend vertraut zu machen, bevor es an die Bohrung der eigentlichen Scheibe geht. 
  • Es wird ein neuer Hartmetallbohrer in genau dem Durchmesser benötigt, den später das Loch aufweisen soll. 
  • Dünneres Vorbohren mit anschließendem Aufweiten scheidet beim Werkstoff Glas definitiv aus. 
  • Weiterhin wird Polyesterharz oder Zweikomponentenkleber, ein Trennmittel sowie eine sehr langsam drehende Ständerbohrmaschine benötigt.

Die Vorbereitung

  1. Nachdem die Position des zukünftigen Loches festgelegt und mit einem schwarzen Edding-Stift in Form eines Kreuzes beidseitig markiert wurde, wird ein etwa 10 x 10 Zentimeter großes Quadrat um die Bohrstelle mit einem Trennmittel eingestrichen; dies ist ein spezieller Lack, der die Verbindung des Klebstoffes bzw. Harzes mit dem Glas verhindern soll. Es werden die Vorder- und Rückseite der Glasscheibe eingestrichen!
  2. Jetzt wird der Klebstoff bzw. das Harz in einer etwa 2 Millimeter dicken Schicht ebenfalls zunächst vorder- und dann rückseitig aufgebracht. Das ausgehärtete Harz verhindert ein Ausplatzen der Bohrränder und sorgt für eine bessere Auflage auf dem Untergrund.
  3. Als Bohrunterlage dient eine ebene und rauhe Holzplatte (kein Kunststoff oder Metall als Unterlage verwenden!)


Der Bohrvorgang

  1. Der heikelste Punkt ist der Beginn der Bohrung. Im langsamen Gang und mit so wenig Druck wie irgend möglich, muss sich die Hartmetallschneide des Bohrers zunächst in die Oberfläche des Glases einarbeiten. 
  2. Ist dies der Fall, ist ein eindringlich knirschendes Geräusch zu vernehmen und das Loch kann bis zur Hälfte gebohrt werden; dann ist der Vorgang von der anderen Seite zu wiederholen. 
  3. Es darf unter keinen Umständen in einem Gang durchgebohrt werden. Wandelt sich das Geräusch in ein Quietschen, ist eine Pause einzulegen, da sich das Glas aufgeheizt hat. 
  4. Keinesfalls dürfen ölhaltige Kühlmittel wie z.B. Schneidöl zum Einsatz kommen. 
  5. Wasser oder Bohrmilch sind dagegen möglich aber nicht unbedingt notwendig.


Abschließende Reinigung der Bohrstelle

  1. Durch das Trennmittel lassen sich die Harzschichten restlos entfernen und die Bohrung sollte sehr sauber geworden sein. 
  2. Es ist möglich, den Bohrgang mit Aluminiumoxid-Nassschleifpapier zu glätten, doch ist darauf zu achten, die Scheibe flächig nicht zu verkratzen.

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