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Zweitwohnsitz anmelden: So geht's in Deutschland

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:30
Als Zweitwohnsitz gilt in Deutschland jeder weitere Wohnsitz, der nicht vorwiegend genutzt wird.
Den Zweitwohnsitz anmelden können Sie beim jeweiligen Einwohnermeldeamt bzw. Bürgerbüro. Für Kinder getrennt lebender Eltern ist als Zweitwohnsitz, der Wohnsitz des Elternteils einzutragen, bei dem sich die Kinder nicht vorwiegend aufhalten. 

Bitte beachten

  • Von der Zweitwohnungssteuer sind befreit:
  • Studenten
  • Minderjährige Auszubildende
  • Soldaten, Polizeivollzugsbeamte oder Zivildienstleistende die Gemeinschaftsunterkünfte bewohnen
  • Personen in Pflegeeinrichtungen sowie Justizvollzugsanstalten

Zweitwohnsitz anmelden

  • Laut den landesgesetzlichen Meldegesetzen muss jeder Zweitwohnsitz beim zuständigen Einwohnermeldeamt an – bzw. abgemeldet werden. Zur An- und Abmeldung benötigen Sie lediglich einen gültigen Personalausweis oder Reisepass sowie die Meldebescheinigung Ihres Erstwohnsitzes. Formulare zur An-, Um-, oder Abmeldung eines Wohnsitzes liegen beim Einwohnermeldeamt aus. Unter Umständen können Sie diese auch online auf der Website des zuständigen Amtes oder Bürgerbüros downloaden. Im Gegensatz zum Erstwohnsitz können Sie den Zweitwohnsitz in Deutschland auch ohne persönliches Erscheinen melden, da nur der Erstwohnsitz im Personalausweis eingetragen wird. Hierzu genügt es das Anmeldeformular, mit einer entsprechenden Kopie des Personalausweises oder Reisepasses und der Kopie der Meldebescheinigung über den Erstwohnsitz, per Post an das zuständige Bürgerbüro oder Einwohnermeldeamt zu senden. Für die Anzahl weiterer Wohnsitze gibt es keine generelle Beschränkung. Ein Zweitwohnsitz muss dann zum Erstwohnsitz erklärt werden, wenn Sie sich dort überwiegend aufhalten. 

Meldefristen

  • Das Meldegesetz schreibt vor, dass jeder weitere Wohnsitz unverzüglich gemeldet werden muss. Die Meldefristen der jeweiligen Ämter und Bürgerbüros sind jedoch je Gemeinde unterschiedlich. Informieren Sie sich am besten vorab, in welchem Zeitraum die Um-, oder Anmeldung erfolgen muss. Wird die Meldefrist überschritten ist mit einem Bußgeld zurechnen. Das Versäumen der Anmeldung eines Zweitwohnsitzes in Deutschland gilt als Ordnungswidrigkeit. 

Kosten für die Anmeldung eines Zweitwohnsitzes in Deutschland

  • Generell ist die Anmeldung eines weiteren Wohnsitzes kostenlos. In manchen Bundesländern wird jedoch eine Zweitwohnungssteuer erhoben. Die Höhe dieser Steuer ist je Kommune unterschiedlich, beträgt durchschnittlich jedoch 10 % der Jahreskaltmiete.
  • Je nach Gemeinde kann als Berechnungsgrundlage für die Zweitwohnungssteuer auch die Wohnungsfläche oder Jahresrohmiete dienen. 

FACTS

  • Auch Ferienwohnungen oder Wohnmobile gelten in manchen Gemeinden als Zweitwohnsitz. Unter Umständen können auch auf diese Zweitwohnungssteuern anfallen.
  • GEZ-Gebühren sind auch für die Zweitwohnung in Deutschland zu entrichten
  • Wer aus beruflichen Gründen einen Zweitwohnsitz in Deutschland hat, kann die Zweitwohnungssteuer in der Einkommensstreuerklärung als Mehraufwendungen ansetzten
  • In einigen Gemeinden kann nur ein Zweitwohnsitz eingetragen werden
  • Personen, deren Einkünfte unter 25.000 EUR jährlich betragen sind, in Bayern von der Zweitwohnungssteuer befreit
  • In Überlingen werden die höchsten Zweitwohnungssteuern erhoben, nämlich 23% der Nettokaltmiete. In Berlin hingegen sind es nur 5%

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