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Letztes Update am 20.10.2015, 12:52
Smart Home Systeme vernetzen auch das Bad und garantieren wohltuende Wellness.

Neue Haushaltsgeräte denken bei der Arbeit mit. Auch im Badezimmer findet schlaue Technik Anwendung - sie merkt sich die Lieblingstemperatur beim Duschen oder erinnert an die Einnahme von Pillen. Auf der Sanitärmesse ISH zeigt die Branche solche Neuheiten.

Mehr als ein Waschraum

Dusche, Toilette, Waschbecken - fertig ist das Badezimmer? „Das Bad ist heute viel mehr", sagt der Sanitärexperte Jens J. Wischmann. „Es vereint Hygiene und Entspannung, ist ein Raum der Regeneration mit Wohlfühlcharakter." Doch nicht nur das: Das neue Badezimmer denkt mit. „Die Dusche merkt sich meine Lieblingswassertemperatur, Lautsprecher erinnern ans Rasieren, über Bildschirme im Spiegel lassen sich Staumeldungen abrufen", zählt Wischmann nur einige der technischen Möglichkeiten auf. Im Smart Home, dem intelligent vernetzten Zuhause, ist das keine Zukunftsvision mehr. Die Digitalisierung des Badezimmers steht laut dem Sanitärfachmann Matthias Thiel in direktem Zusammenhang mit dem demografischen Wandel. Schließlich sei es neben dem Schlafzimmer der intimste Raum der Wohnung, in dem man sich im Alter so lang wie möglich autonom bewegen möchte. „Die höhenverstellbare Toilette ist schon vergleichsweise weit verbreitet", sagt Thiel. „Doch das WC kann längst mehr." Der Toilettensitz hebt und senkt sich automatisch.

Asiatische Innovationen

Auch das Dusch-WC, eine aus Japan stammende Kombination aus WC und Bidet mit automatisierter Reinigung des Intimbereichs, ist immer öfter anzutreffen. Sogar personenbezogene Vorlieben, etwa was Wärme und Intensität des Wasserstrahls betrifft, können bei einigen Modellen gespeichert und per Knopfdruck abgerufen werden. Im Badezimmer 2.0 muss man sich nicht mehr über die Wanne beugen, um an den Wasserhahn zu gelangen. „Die per Knopfdruck bedienbaren Armaturen können bequem an der Vorderseite der Wanne platziert werden", erklärt Angelika Martina Brüßel von Aqua Cultura, einer Vereinigung von Badeinrichtern. Die berührungslose Sensorik-Technik, wie man sie bereits von öffentlichen Toiletten kennt, macht sogar den Knopfdruck überflüssig: „Die Badezimmertür öffnet sich selbstständig und das Licht schaltet sich ein", erläutert Brüßel die Möglichkeiten. Wieder andere Innovationen erhöhen den Sicherheitsfaktor: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart hat zum Beispiel Sensoren entwickelt, die sich unter den Fliesen befinden und ein Alarmsignal abgeben, wenn jemand stürzt. Das kommt natürlich alleinlebenden Senioren entgegen. Aber die Entwicklungen gelten nicht nur ihnen - Bäder, die von Familienmitgliedern aller Altersklassen gut genutzt werden können, sind ein Trend. „Wir sprechen hier vom Mehrgenerationenbad, das sich an denjenigen anpasst, der es gerade benutzt - egal ob es die Großmutter ist, der Vater oder das Kind", erklärt Wischmann. Neben höhenverstellbaren WCs und Waschtischen gibt es per Knopfdruck nach vorne neigbare Spiegel, in denen sich auch Kinder sehen können.

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