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Letztes Update am 22.10.2014, 14:38
Die Österreicher sind eine Nation der „Fleischfresser“. Laut der Plattform Agrarmarkt Austria liegt der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum von Fleisch jährlich bei über 66 Kilogramm. Speziell in einem Land wie der Alpenrepublik, in dem die Kulturlandschaft durchaus auch von der Kulinarik geprägt ist, legen viele Menschen Wert auf gutes, hochwertiges Fleisch. Doch welche Faktoren beeinflussen eigentlich die Fleischqualität?

Was Qualität bedeutet

Qualität ist per Definition die Güte aller Eigenschaften eines Objektes. Nun ist es natürlich so, dass beim Einkaufen für jedermann andere (subjektive) Faktoren eine entscheidende Rolle spielen können. Spätestens im Zeitalter von Billigfleisch und Lebensmittelskandalen sollte man auf selbige einen genaueren Blick werfen. Wenn ein Kilogramm Fleisch billiger zu haben ist, als beispielsweise ein Kilo Brot, dann hat das Ganze nicht allzu selten einen Haken. Produkte aus artgerechter Haltung sind in der Herstellung weitaus aufwändiger und kostenintensiver, als die Massenware vom Discounter. In der Regel bezahlt der Konsument hier aber für besseren Geschmack, unbedenkliche Fütterung und lebenswertere Haltungsbedingungen.

 

Der Preis ist jedoch bei weitem nicht das einzige Qualitätsmerkmal. Geschlecht, Art der Fütterung, Transport der Tiere, der pH-Wert und unzählige weitere Faktoren können auf die Beschaffenheit der Fleischprodukte, wie viele von uns sie tagtäglich einkaufen, direkten Einfluss nehmen.

Bio: Gutes Zeichen, aber kein Heilsbringer

Ein Bio-Etikett am Produkt mag zwar nicht immer per se ein Qualitätsgarant sein, dennoch sprechen unzählige Testergebnisse und Studien für sich. Bedarfsgerechte Ernährung und der nötige Auslauf sorgen demnach für eine ausgeprägte Muskulatur der Tiere. Das Resultat ist ein hoher Anteil an intramuskulärem Fett, was in weiterer Folge für das beliebte zart-saftige Fleisch sorgt. Im Vergleich zu industriell in Windeseile hochgezüchteten Artgenossen, kann der Konsument dies auch deutlich schmecken. Antibiotika, genmanipuliertes Importfutter und präventive Medikation sind im Bio-Bereich übrigens verboten.

Tiertransporte, Richtlinien und Kontrollen

Ein weiterer wichtiger Anhaltspunkt für die Qualität sind die Transportwege, die ein Tier im Laufe seines Lebens zurücklegen muss. Kurze Transportwege, die noch dazu den Tierschutzverordnungen entsprechen, ersparen den Tieren eine Menge Stress. Haben sie noch dazu genügend Auslauf, so gelangt das Stresshormon Adrenalin nicht ins Fleisch. Dieses würde nämlich die Qualität des Endprodukts merklich mindern.

 

In diesem Zusammenhang kommt es natürlich auch auf die Herkunft der Produkte an. Bei heimischen Tieren fallen deutlich kürzere Transportwege an. Außerdem sind die Richtlinien in Österreich deutlich restriktiver, als in anderen EU-Ländern. Eine ausgeprägte Dokumentationspflicht garantiert bei heimischen Produkten relativ umfangreiche Kontrollmöglichkeiten. Diese wiederum erhöhen die Sicherheit des Konsumenten.

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