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Farbwechsel beim Chamäleon? - Eine Erklärung

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:58
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Wer kennt ihn nicht - den kleinen lustigen Werbespot von Froop Fruchtjoghurt mit dem Chamäleon. Der Farbwechsel - egal welcher Hintergrund, sogar gemustert - wird hier witzig dargestellt. Doch wie und warum kann das kleine Schuppenkriechtier so einfach und schnell seine Farbe wechseln?

  1. Weltweit sind etwa 160 Chamäleonarten bekannt. Die kleinen Tiere, die aussehen wie Saurier aus einer längst vergangenen Welt, bewegen sich sehr langsam und bedächtig.
  2. Der Ruf, dass sie ihre Farbe beliebig kolorieren können, hält sich hartnäckig. Aber dies ist falsch.
  3. Der Farbwechsel der Chamäleons erfolgt immer nur in dem Farbspektrum, welches typisch für die entsprechende Art ist. Jede dieser Arten besitzt ein eigenes Farbspektrum.
  4. Der Farbwechsel erfolgt unterschiedlich schnell und in unterschiedlichen Intensitäten.
  5. Für das Farbenspiel der Chamäleonarten zeichnet das Zusammenspiel mehrerer Mechanismen in den Hautzellen verantwortlich. Diese Hautzellen, die Chromatophoren, besitzen Farbpigmente.
  6. Durch Nervenimpulse werden diese Farbpigmente innerhalb der Hautzelle entweder zentral geballt oder auch gleichmäßig ausgebreitet. Es entsteht hierdurch ein Farbwechsel. So reagiert das Nervensystem der Chamäleons auf unterschiedliche Reize und Sinneswahrnehmungen.
  7. Die Chromatophoren unterscheiden sich auch nach der Art der eingelagerten Pigmente. So besitzen Zellen mit eingelagerten Guaninkristallen die Eigenschaft, Licht reflektieren zu können.
  8. Zellen mit eingelagerten Melaninen bewirken eine Färbung von gelb über rotbraun bis zu schwarz bei den verschiedenen Chamäleonarten.
  9. Die so genannten Flitterzellen liegen unterhalb der Hautzellen mit den Farbigmenten und beeinflussen ebenfalls das Farb- und Musterspiel der Chamäleons.
  10. Mehrere Zwecke und Auslöser für den Farbwechsel bei den Chamäleons:
  11. Die Anpassung an den Unter- oder Hintergrund entsprechend des Lebensraumes der einzelnen Chamäleonarten
    Farbwechsel dient als Kommunikationsmittel.
  12. Durch die langsame Fortbewegungsart der Chamäleons können diese kaum Stimmungen ausdrücken - dies geschieht über den Farbwechsel.
  13. So werden Aggressionen angezeigt oder auch Paarungsbereitschaft.
  14. Farbwechsel als Tarnung - hier erfolgt auch die Imitation von verwelkten Blättern oder Pflanzenteilen mit zusätzlicher Hilfe zusammengedrückter Körperseiten. Damit erreichen die Chamäleons, sich vor Feinden zu tarnen ohne weglaufen zu müssen.

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