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Gedächtnis der Tiere - Wie lange hält die tierische Erinnerung?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:05
Eine Aussage wie „Du Spatzenhirn!“ ist unschmeichelhaft? Weit gefehlt!

Elefanten sicher nicht: Sie vergessen nichts, heißt es, ebenso Kamele. Tauben merken sich Gesichter ewig und Raben erinnern sich nach Jahren an befreundete Artgenossen. Wer gewinnt den tierischen „Gedächtnissprint“? Allmählich erkennen die Wissenschafter, dass die Gehirnleistung vieler Arten bislang weit unterschätzt war, was überraschende Gedächtnisleistungen von (größten bis zu kleinsten) Tieren beweisen. Eine Aussage wie „Du Spatzenhirn!“ ist unschmeichelhaft? Weit gefehlt!

  • Goldfische vergessen nicht schnell: Phil Gee, der seine Versuchsfische regelrecht zur Fütterung „rief“ entdeckte, dass das Goldfisch Gedächtnis nicht nur drei Sekunden, sondern bis zu drei Monate funktioniert.
  • Fliegen nutzen ihre Gehirnzellen für assoziatives Lernen um – wenn auch nur für einige Minuten – Gerüche und Lichtsignale wiederzuerkennen. 
  • Kolibris merken sich Orte und Zeitspannen: Zoologen der Universität Edinburgh befüllten alle 10 bzw. 20 Minuten künstliche Blüten mit einer Zuckerlösung. Zimtkolibris flogen diese im dementsprechenden zeitlichen Abstand an. 
  • Moskitos wissen eine Nacht lang, welcher Bettgenosse das süßeste Blut hat und attackieren dasselbe Opfer gleich mehrmals.
  • Wasserschnecken haben ein Gedächtnis von vierundzwanzig Stunden. Genauso Ameisen, zumindest die aus Südamerika: In einer dänischen Studie bewiesen Ameisenköniginnen, dass sie auch nach einem Tag Abwesenheit wussten, wer ihre gewohnten Mitköniginnen waren.
  • Ziegen erkennen ihre Mütter nach einem Jahr der Trennung, Seebären und Lisztaffen erkennen die Stimmen ihrer Mütter auch nach gut vier Jahren.
  • Schimpansen erfassen Zahlen schneller und behalten sie länger als Menschen, da sie ein fotografisches Gedächtnis haben.
  • Tauben fungierten nicht von ungefähr als punktgenaue Briefboten: Sie können ganze Landkarten ins Gehirn „einscannen“ und GPS-artig abrufen.
  • Um Eier zu legen, kehren Schildkröten lebenslang an den eigenen Geburtsstrand zurück: Sie besinnen sich an den Weg dorthin.
  • Bienen sind beneidenswert: Müssen sie im Alter wieder Aufgaben wie in jungen Jahren übernehmen (z.B. Ammendienst für die Brut), dann schaffen sie – wie damals – auch wieder kleine Gedächtnistests.

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