Foto: Shutterstock.com

Gibt es Koalabären in Deutschland?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:34
Koalabären leben in Deutschland, allerdings nur im Zoo Duisburg oder im Zoo Dresden.
In unseren Wäldern können sie leider nicht überleben, denn die kleinen Nahrungsspezialisten ernähren sich ausschließlich von bestimmten Eukalyptusarten. Beutelbären wie Koalabären richtig heißen, werden in Deutschland nur im Zoo Duisburg regelmäßig gezüchtet.

Fact Box zum Koalabären

  • Gattung: Beuteltiere bzw. Beutelsäuger
  • Nahrung: Eukalyptusblätter
  • Heimatkontinent: Australien
  • Fellfarbe: aschgrau
  • Erste Beschreibung: 1817 vom Zoologen Georg August Goldfuß
  • Haltung in Deutschland ausschließlich im Zoo Duisburg und seit 2013 im Zoo Dresden
  • Zucht und Haltung sind in Gefangenschaft sehr schwierig
  • weitere Beuteltiere: Känguru, Wombat, Beutelteufel, Tasmanischer Tiger (ausgestorben), Beutelmulle

Der Koala

  • Der Koala wird auch aschgrauer Beutelbär genannt, er ist ein Baumbewohner und ein Symbol für seine Heimat Australien. Zum ersten Mal beschrieben wurde er 1817 vom Zoologen Georg August Goldfuß. Die Bezeichnung Koalabär wird zwar gern wegen seines Aussehens verwendet, ist allerdings nicht richtig. Der Koala ist nicht mit den Bären verwandt, sondern er gehört zu den Beuteltieren bzw. Beutelsäugern wie auch das Känguru, der Kurzkopfgleitbeutler oder der Nacktnasenwombat. Der Koalabär wird in Deutschland nur in zwei Zoos gezeigt, seine Haltung ist aufgrund seiner Ernährung sehr schwierig. Der Zoo Duisburg züchtet dennoch schon seit mehr als 20 Jahren erfolgreich. Jetzt konnten zwei männliche Jungtiere in den Zoo Dresden wechseln. Was gar nicht so einfach ist, der Zoo musste zunächst nachweisen, dass er ausreichend Eukalyptusblätter für die Ernährung der Tiere zur Verfügung hat. In diversen Gewächshäusern wurden und werden Eukalyptus-Plantagen angelegt, ebenso wie es der Zoo in Duisburg schon seit vielen Jahren praktiziert. 

Koalabären, die Lieblinge der Zoobesucher

  • Der Duisburger Zoo auf dem Kaiserberg verfügt über eine langjährige Erfahrung in der Haltung und Zucht des Koalabären. Die kleinen Baumbewohner stellen vor allem hohe Anforderungen an ihre Ernährung, denn sie fressen ausschließlich bestimmte Eukalyptusarten. Ähnlich schwierig verhält es sich mit der Zucht, trotz allem erblickten im Zoo Duisburg bisher rund 30 Koala-Babys das Licht der Welt. Viele von ihnen wurden in andere Zoos und Tierparks abgegeben, im letzten Jahr sogar nach Dresden. Koalas sind Einzelgänger und so müssen auch im Zoo vor allem die Männchen allein gehalten werden. Weibchen können in einer kleinen Gruppe zusammenleben. Die Luftfeuchtigkeit muss zwischen 50-60 % betragen. Die Temperatur sollte 16 Grad nicht unterschreiten und 27 Grad nicht übersteigen. Die Tragezeit der Koalas beträgt nur etwa 34 Tage, diese kurze Zeitspanne ist typisch für alle Beuteltiere. Die Jungtiere sind noch sehr unreif und kaum 2 Zentimeter groß. Sie sind blind, nackt und vollkommen hilflos, dennoch müssen sie nach der Geburt den Weg allein in den Beutel finden. Ihre Mütter helfen ihnen nicht, auch der Mensch kann in diesem schwierigen Moment nicht eingreifen. Das Jungtier verbringt nun weitere 5 bis 6 Monate im schützenden Beutel der Mutter. Erst mit sieben Monaten beginnt es, feste Nahrung aufzunehmen.

Einen Koalabären knuddeln ist auch in Deutschland möglich

  • Wer selbst einmal einen Koala knuddeln möchte, kann sich im Zoo Duisburg als „Pfleger für einen halben Tag“ bewerben. Mit etwas Glück besteht die Chance, einem Koala ganz nah zu kommen. Die Plätze sind allerdings begrenzt. Den Preis für diesen einzigartigen Tag im Zoo kann man an der Kasse oder via E-Mail erfragen. Es ist also nicht zwangsläufig notwendig nach Australien zu reisen, um diesen einzigartigen Tieren einmal ganz nah zu sein.

Weitere Beiträge zum Thema:

Kommentare