Foto: Shutterstock.com

Ist vegetarische Ernährung für Hunde sinnvoll?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:37
Hunde sind Allesfresser.

Immer mehr Menschen ernähren sich fleischlos, sind also Vegetarier. Essen wir Zweibeiner ansonsten ausgewogen, ist dies hinsichtlich der Nährstoffversorgung als völlig unproblematisch zu sehen.

 

Doch ist es auch möglich, einen Hund rein vegetarisch zu füttern? Diese Kontroverse wird zum Teil äußerst heftig diskutiert. Während die Einen nur positive Effekte erkennen wollen, sprechen die Anderen gar von Tierquälerei.


Die Wahrheit liegt wohl, wie so oft, irgendwo in der Mitte. Prinzipiell sind Hunde sogenannte Canivoren; sie fressen also gerne Fleisch. Allerdings haben sich die Tiere über Tausende Jahre der Domestizierung an das Ernährungsverhalten des Menschen weitgehend angepasst. Hunde sind, genau wie wir Menschen, Allesfresser. Dennoch sollten Hundehalter einige Besonderheiten bei der Fütterung der Vierbeiner beachten.

Nur unter Anleitung

Viele Vegetarier bzw. Veganer haben moralische Bedenken und lehnen deshalb den Fleischkonsum gänzlich ab. Aus diesem Grund wollen sie diese Ernährungsweise auch auf ihren Hund übertragen. Viele Forschungsbefunde weisen darauf hin, dass das durchaus möglich sein dürfte. Allerdings ist dies ausschließlich unter fachgerechter Anleitung und Überwachung empfehlenswert.

 

Hunde haben einen Energie- und Nährstoffbedarf, der selbstverständlich abgedeckt werden muss. Relativ hoch ist die notwendige Zufuhr an Protein. Fehlen solche Elemente im Hundefutter, so kann das Tier krank werden und Mängel aufweisen. Die meisten Experten und Tierschutzorganisationen raten daher zu einer ausgewogenen - aber nicht rein pflanzlichen - Ernährung. Wer den Hund dennoch unbedingt vegetarisch füttern möchte, der sollte sich einen ernährungswissenschaftlich fundierten Rationsplan vom Tierarzt holen. Bei vegetarischer Ernährung wird üblicherweise Taurin zugefüttert, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.

 

Weiter Uneinigkeit

Ob die vegetarische Hundeernährung nun sinnvoll ist oder nicht, darüber wird wohl noch lange diskutiert werden. Obwohl der Verdauungstrakt der Hunde dem der Menschen durchaus ähnlich ist, sind deren Ernährungsbedürfnisse gänzlich anders. Es gibt Lebensmittel, die für den Menschen völlig unbedenklich sind, aber für Hunde fatale Folgen haben können.

 

Im Zusammenhang mit vegetarischer Ernährung bei Hunden sind natürlich aktuelle Studien hochinteressant. Hier scheiden sich, wie im Alltag, die Geister. Manche Befunde befürworten vegetarische Hundeernährung, manche raten davon ab. Die Tierschutzorganisation PeTA, die den Verzehr von Tieren allgemein ablehnt, will im Rahmen einer Studie positive Auswirkungen dieser Ernährungsform feststellen. Allerdings ist hier anzumerken, dass bei dieser Forschungsarbeit eine konkrete Vergleichsgruppe mit fleischfressenden Hunden fehlt. Allenfalls kann vegetarische Ernährung für den Hund aber nur unter Zugabe von Verdauungsenzymen empfohlen werden.

 

Fazit

Hunde wurden im Laufe der Zeit immer mehr zum Allesfresser. Eine vegetarische Hundeernährung ist deshalb prinzipiell möglich, unbedingt empfehlenswert ist sie aber nicht. Vertraut man dennoch darauf, ist fachgerechte Anleitung sowie die Zugabe bestimmter Ergänzungsmittel unumgänglich. Idealerweise passiert die Hundefütterung aus gesundheitlicher Sicht möglichst “ausgewogen”.

Kommentare