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Letztes Update am 22.10.2014, 14:38
Die Bilder auf den Produktverpackungen von Hühnereiern in den Geschäften gaukeln ein - nicht selten - mehr als nur verzerrtes Bild der Wirklichkeit vor. Glückliche Hühner, saftige Wiesen und die heile Welt der Landwirtschaft. Doch obwohl sich die Lage in Österreich schon deutlich verbessert hat, trifft dies bei weitem noch nicht immer auf die Realität zu.

Auch wenn die konventionelle (und brutale) Käfighaltung für Hühner in unserem Land bereits seit 2009 verboten ist, dürfen Hühner immer noch in ähnlich beengende „ausgestattete Käfige“ gepfercht werden. Dies wird erst mit dem Jahr 2020 zur Vergangenheit gehören. Und während sich Österreich gerne  als Vorreiter der ethisch-korrekten Hühnerhaltung positioniert, ist der Import von Käfigeiern aus anderen Ländern immer noch erlaubt und steht, zum Beispiel in manchen Teilen der Gastronomie, an der Tagesordnung.

Diese Haltungsformen unterscheidet man

Hinsichtlich der verschiedenen Haltungsformen kann zwischen Freilandhaltung, Bodenhaltung und Käfighaltung unterschieden werden. Allerdings ist Freilandhaltung nicht immer gleich Freilandhaltung. Um auch dem Prädikat „aus ökologischer Freilandhaltung“ zu entsprechen, müssen die Hühner zusätzlich nach den Bio-Richtlinien gehalten werden. Das Federvieh bekommt dann nur ökologische Nahrung vorgesetzt und wird nicht mit chemischen Mitteln oder vorbeugenden Medikamenten behandelt.

 

Das Großgruppenkäfige nicht im Geringsten mit artgerechter Tierhaltung zu tun haben wird rasch klar. Auch viele Boden- und Freilandhaltungsbetriebe erwecken nicht immer den Eindruck, alles für eine lebenswerte Hühnerhaltung zu tun. Der ökonomische Erfolg steht über dem Wohlergehen von Lebewesen. Aus verschiedenen Ursachen braucht es also alternative Haltungsformen. 

Artgerechte Haltung darf nicht optional sein

Großbestände mit mehreren Tausend Hennen sind definitiv nicht artgerecht. Es muss stets ausreichend Raum zum gegenseitigen Ausweichen vorhanden sein. Hühner sind von Natur aus äußerst aktiv und verbringen üblicherweise den ganzen Tag mit Aktivitäten wie Futtersuche und der Pflege des Federkleids. Zuchtmaßnahmen und Fütterung, die nur auf maximale Legeleistung ausgelegt sind schaden zusätzlich dem Organismus und der Körperhaltung nachhaltig. 

Für wirtschaftlichen Erfolg braucht es keine Tierquälerei

Auch wenn durch zweifelhafte Haltungsbedingungen die Kosten niedrig gehalten werden und die Bilanz eher stimmt: Eine wirtschaftlich funktionierende Alternativhaltung ist zweifelsohne möglich. Produkte aus kleineren Herden mit längerer Mastdauer bzw. niedrigerer Legeleistung erzielen am Markt auch höhere Preise auf Grund besserer Qualität. Bei engagierter Vermarktung und ausreichender Aufklärung von Händlern und Konsumenten sind Erfolge die Konsequenz – und das zum gleichzeitigen Wohle der Tiere.

 

Innovative Projekte gibt es. Beispielsweise wird das Moosdorfer Haushuhn in sogenannten Energiewäldern in Niederösterreich gehalten. Dort finden die Hühner ihren Ansprüchen gerecht werdende Bedingungen vor. Diese Rasse eignet sich zudem als sogenanntes Zweinutzungshuhn. Während in industriellen Betrieben zur Gänze Hybridhühner, die entweder nur für die Eier- oder Fleischproduktion herangezogen werden können, vorzufinden sind, können diese Arten beides gewährleisten. Bei optimalen Haltungsbedingungen werden so absolut lebenswerte Rahmenbedingungen geschaffen.

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