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Katzenfutter selber machen: Das ist zu beachten

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:37
Wer seine Katze liebt, möchte natürlich nur das Beste für sie.
Ein Blick auf die Inhaltsangabe des Katzenfutters kann, besonders bei billigeren Marken, sehr ernüchternd sein. Der Fleischanteil ist oft kleiner als erwartet, dafür enthält die Katzennahrung Getreide und andere pflanzliche Stoffe, die das Tier im Bestfall nur unvollständig verdauen kann und wieder ausscheidet. Da liegt der Gedanke nahe, das Katzenfutter eigenhändig herzustellen, um eine gute Qualität zu garantieren.

 

BARF - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter


Der Gedanke hinter BARF, der am häufigsten empfohlenen Ernährungsweise, ist sehr simpel. Es gilt, ein Futter nachzustellen, dass der natürlichen Ernährung der Katze möglichst ähnlich ist. In freier Wildbahn fressen Katzen Mäuse und verletzte Vögel, die mit Pflanzenteilen "gefüllt" sein können. Somit gehört zu einer artgerechten Nahrung auch ein gewisser pflanzlicher Anteil. Neben den wenigen Nährstoffen, die die Katze daraus entnehmen kann, helfen die Pflanzenfasern vor allen Dingen bei der Verdauung. Allerdings ist der Anteil an Gemüse viel kleiner als das, was meistens im Katzenfutter aus dem Supermarkt steckt.

BARF wird für gewöhnlich nicht roh serviert, da dies für Katzen, die bislang nur gekauftes Futter gefressen haben, ohnehin eine zu große Umstellung wäre. Die Grundlage der katzengerechten Nahrung ist eiweißhaltiges Fleisch wie Fisch oder Geflügel, das gekocht wird. Sehr wichtig ist, dass die Katze regelmäßig Innereien und besonders Leber zu fressen bekommt. Sie ist darauf angewiesen, um Vitamin A herstellen zu können. Der pflanzliche Teil kann zum Beispiel aus weichgekochtem Brokoli, Reis oder Öl bestehen. Eine gute Methode sind lebende Pflanzen wie Katzengras, von denen das Tier jederzeit naschen kann.

Es gibt Ausnahmen, aber die meisten Katzen brauchen Abwechslung auf dem Speiseplan. Immer wieder das selbe fressen zu müssen ist für Tiere ähnlich langweilig wie für Menschen und erhöht außerdem die Gefahr von Mangelerscheinungen. Somit benötigen Katzenhalter mehr als nur ein schmackhaftes Rezept, wenn sie ihr Tierchen dauerhaft eigenhändig bekochen möchten.


Katzenfutter selber machen: Ein zweischneidiges Schwert


Die tägliche Zubereitung des Katzenfutters ist nicht für jeden Katzenhalter geeignet. Der Aufwand ist höher, als das bloße Öffnen einer Dose. Wenn der Katzenbesitzer Vollzeit arbeitet, fehlt es vielleicht manchmal an Zeit oder Nerven, um das tägliche Futter selbst zuzubereiten. Ohne entsprechende Kenntnisse besteht auch die Gefahr einer einseitigen Ernährung, bei der die Katze nicht mit allen Nährstoffen versorgt wird, die sie braucht. Dies kann sich, zum Teil erst Monate oder Jahre später, in Form von Krankheiten und schnellerer Ermattung zeigen.

Als Katzenhalter sollte man sich schon vor Beginn der Ernährungsumstellung umfassend über die Bedürfnisse der eigenen Katze informieren. Eine allgemeine Formel gibt es nicht, da Katzen ganz unterschiedliche Ansprüche an ihre Nahrung haben, die von Faktoren wie Alter, Aktivität, Krankheiten und Rasse abhängig sind. Am schwierigsten ist es, Stubenkatzen gesund zu ernähren. Sie brauchen weniger Kalorien, da sie weniger aktiv sind als Freigänger und eher zum Übergewicht neigen. Gleichzeitig sind sie anfälliger für Mangelerscheinungen, da sie weder jagen noch an wilden Pflanzen knabbern können und all ihre Nährstoffe nur aus dem Essen beziehen, das der Mensch ihnen hinstellt.

Wenn es nur darum geht, der Katze das billige Discounterfutter mit dem hohen Getreideanteil zu ersparen, ist hochwertiges Katzenfutter vom Spezialisten vielleicht die bessere Wahl. Die Qualität der Zutaten reicht an das selbstgemachte Futter heran. Hier kann man jedoch davon ausgehen, dass die Katze wirklich alle Vitamine bekommt, die sie braucht.

 

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