Foto: Shutterstock.com

Können Fische seekrank werden?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:06
Wenn du das nächste Mal einen Fisch auf der Seite liegen siehst...

Die Antwort lautet: Ja, und wieder haben Menschen mit Tieren etwas gemeinsam – oder umgekehrt. Denn offensichtlich können auch Fische seekrank werden. Wenn du das nächste Mal einen Fisch auf der Seite liegen siehst, denk dran: Es könnte ihm gerade schlecht sein.

Auch Fischen kann übel werden

  • Die Erkenntnis verdanken wir dem Stuttgarter Gravitationsbiologen Dr. Reinhold Hilbig. Er verfrachtete Buntbarsche in ein Aquarium und das in ein Flugzeug.
  • Buntbarsche sind widerstandsfähig und leben normalerweise in ruhigen Gewässern ohne hohen Wellengang. Vor stürmischer See retten sie sich meist früh genug in ruhige Verstecke.
  • Dr. Hilbig beobachtete das Verhalten der (ahnungslosen) Wasserbewohner, während diese den wohl einzigen „Parabelflug“ ihres Lebens flogen.
  • Dieses Manöver dauert insgesamt rund zwei Minuten. Dabei beschleunigt das Flugzeug horizontal auf Höchstgeschwindigkeit, steigt in 45 Grad bei doppelter Erdbeschleunigung an. Dann werden die Triebwerke gedrosselt und die Schwerkraft in der Kabine nimmt ab. Das Flugzeug steigt (7000 bis 8500 Meter) in Schwerelosigkeit, bis es den höchsten Punkt einer Parabel erreicht und fällt dann mit -45 Grad in Richtung Erde. Der Pilot fängt schließlich das Flugzeug ab und fährt die Triebwerke wieder hoch.
  • Acht der neunundvierzig Versuchsfische tat die Schwerelosigkeit im sogenannten „Kotzbomber“ gar nicht gut: Ihnen wurde so richtig übel. Sprich: Sie drehten sich nur mehr im Kreis.
  • Das Gleichgewichtsorgan der Fische liegt hinter ihren Augen über den Kiemen. (Ähnlich wie beim Menschen, bei dem das Gleichgewichtsorgan im Innenohr sitzt.) Normalerweise wissen die Fische über dieses Organ, ob sie nach oben oder unten schwimmen sollen. Erhält das Gehirn durch heftige Erschütterungen oder rasche Bewegungen unterschiedliche Informationen, die nicht zusammen passen, so wird einem – ob Fisch, ob Mensch – leicht schlecht.
  • Werden Fischen während eines Lebendtransports an Bord eines Schiffes "bewegungskrank", dann drehen sie sich flach auf die Seite. Da hilft nur, sie in einem Behälter schwingungsfrei (d.h. „kardanisch“) aufzuhängen.
  • Fische bezahlen Seekrankheit auch mit dem Leben, denn sie können mitunter nicht mehr vor ihren Feinden fliehen und werden gefressen.

Kommentare