Foto: Shutterstock.com

Magenbrüter - was ist das?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:06
Magenbrüter- ausgestorbene Amphibienart, Frosch, Mitte der 80er Jahre

Der Magenbrüterfrosch, oder auch australischer Magenbrüterfrosch genannt, brütet seinen Nachwuchs im Magen aus - wie der Name schon sagt. Er zählt jedoch leider seit seit Mitte der 80er Jahre zu den ausgestorbenen Amphibienarten. Dies ist sehr bedauernswert und tragisch zugleich. So hat man das Aussterben dieser Art gerne mit einer natürlichen Ausrottung abgetan, statt den Fehler bei den Menschen zu suchen. Dies kann jedoch zweifelsfrei heute bewiesen werden. Festzustellen ist, dass das Aussterben der Magenbrüter in der Zeit des internationalen Handels mit dem Aquarienfisch zu tun hat.

 

  • Da der Magenbrüter durch einen Virus, genauer gesagt eine Pilzerkrankung ausgerottet wurde, ging man sehr schnell von einer natürlichen Auslese aus.
  • Heute weiß man jedoch, dass erst durch den internationalen Handel mit dem Fisch dieser Virus bzw. die Pilzkrankheit entstanden ist und in den Lebensraum des Magenbrüter eindringen konnten. 
  • Diese Pilzkrankheit befiel nur Amphibienarten und kostete einer ganzen Art das Überleben.

Details

  1. Das Weibchen verschluckt kurzerhand seine Eier (oder die gerade geschlüpften Kaulquäppchen, das konnte nie genau geklärt werden).
  2. Die Jungen bleiben etwa zwei Monate im Magen, wo sie zu kleinen Fröschen heranwachsen.
  3. Während dieser Zeit sondern die Babyfrösche ein Spezialhormon ab, das die Produktion von Magensäure hemmt - deshalb darf der Mutterfrosch während dem Brüten keine Nahrung zu sich nehmen.
  4. Ist die Zeit reif, klopfen die etwa 25 Babyfrösche von unten an die Magenpforte und bringen die Froschmutter so dazu, ein Kleines nach dem anderen auszuspucken.
  5. Der Magenbrüter ist seit Mitt der 80er Jahre ausgerottet. Jedoch ist dieser wahrscheinlich nicht der Letzte. Es sind weitere mindestens 50% aller Amphibienarten vom Aussterben bedroht.
  6. Bedauerlich zu nennen ist, dass es unzählige unentdeckte Tierarten und auch Pflanzen geben wird, die unentdeckt bleiben werden, da sie aussterben ehe sie entdeckt werden.
  7. Das Einwirken von Menschenhand bleibt nicht ohne Folgen. Dies ist uns nicht erst seit heute bekannt. 
  8. Doch führt man sich solche Schreckensbeispiele bewusst vor Augen, so ist man dennoch schockiert. Wir beschäftigen uns zu selten mit den Konsequenzen unseres Tuns und Handelns.
  9. Ganze Arten bleiben aus Gründen unseres Handelns auf der Strecke und finden letztendlich ihr Ende.
  10. Dies schadet nicht nur der Artenvielfalt und der Natur, sondern in erster Linie schaden wir uns selbst. Wie viele ungenutzte Möglichkeiten und Antworten liegen hinter den unentdeckten und ausgestorbenen Arten und Pflanzen?
  11. Bestand die Möglichkeit eines Heilmittels für Krebs vielleicht in einer dieser unentdeckten Arten?
  12. Wir werden dies nun leider nie mehr beantworten können und dennoch sollte uns dies bewusst machen, verantwortungsbewusster mit der Natur umzugehen. Denn die Natur brauchen wir zum Leben, sie uns dafür nicht. 
  13. Die Natur erholt sich immer und immer wieder, wie uns die Geschichte der Zeit lehrt. Deshalb sollten wir lernen mit ihr zu leben und uns nicht gegen sie zu richten.

Kommentare