Foto: Shutterstock.com

Sind Delfine vom Aussterben bedroht?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:33
Der Delfin gehört im Mittelmeer und im Schwarzen Meer zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten.
Auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten steht er schon seit 2003. Sind sie schon heute massiv vom Aussterben bedroht?

Delfine werden nicht von Fangquoten geschützt

  • Überfischung und Algenpest zerstören die Nahrungsgründe des Delfins.
  • Wildernde Fischer setzen sich über das Verbot hinweg und bejagen sie mit allen Tricks.
  • Greenpeace verweist auf den sehr hohen Verschmutzungsgrad der Meere; insbesondere des Schwarzen Meers.
  • Der gemeine Delfin ist schon heute vom Aussterben bedroht, trotz aller Regeln und Quoten für den nachhaltigen Fischfang.
  • Solange die Kunden und die Fischer sich über die gesetzten Fangquoten und Regelungen hinwegsetzen, so lange ist der Gemeine Delfin massiv vom Aussterben bedroht. Solange Kontrolleure einen Delfin ohne Kopf und Flossen nicht von einem Hai unterscheiden können, werden die Schuldigen nicht gefasst, gleichgültig, wie viele Regelungen in Kraft treten.
  • Delfinfleisch zu verabreichen ist übrigens verboten.

Passiver Bedrohung - Nahrungsmangel und Ertrinken

In den 60iger-Jahren schrumpften im Mittelmeer und im Schwarzen Meer die Fischbestände enorm. Das lag, wie Ökologen heute folgern, an der Überfischung dieser Gewässer. Die Bestände brachen ein. Die Delfingruppen, auch Delfinschulen genannt, fanden in ihren angestammten Jagdgebieten nicht mehr genug Fischschwärme vor.

Erst mit der Zeit gerieten die immer höheren Fangquoten und immer größeren Netze in Kritik, weil sie zu viel ungewollten Beifang verursachten. Die im Mittelmeer und am Schwarzen Meer verwendeten Treib- und Stellnetzfischerei konnten auf einen Schlag Unmengen Fisch heben, die sie zuvor mittels Radar lokalisiert hatten. Die Delfine schwimmen großen Fischschwärmen nach, weil sie sie bejagen und landen dabei in diesen Netzen. Da sie zum Atmen an die Luft müssen, sich aber in den Netzen verfangen, ertrinken sie. Auch das die reduzierte Population der Delfingruppen. Erst als die Treibnetzfischerei verboten wurde, erholten sich die Bestände langsam.

 

Giftige Meere

Durch die zunehmende Verschmutzung der Meere stehen die Delfine erneut vor einem Ernährungsproblem. Giftige Abwässer verseuchen das Mittelmeer und das Schwarze Meer. Neben flüssigen Verunreinigungen werden zunehmend auch Abfälle wie Plastiktüren und Hausrat zum Problem. Was nicht direkt ins Meer geworfen wird, gelangt über die Flusszuläufe, aus insgesamt 17 Anrainerländern, ins Meer. Darunter befinden sich jährlich, ausschließlich über die Donau eingeflossene, 100.000 Tonnen Erdöl.

Die, vermutlich durch die Erwärmung der Meere resultierende, Algenpest, entzieht den oberen Wasserschichten den Sauerstoff. Das macht es Jungfischen unmöglich zu überleben. Viele Fischarten sterben oder wandern aus ihren angestammten Gebieten ab. Der Gemeine Delfin steht mit leerem Magen am Ende dieser Nahrungskette.

 

Aktive Ausrottung

Diese schwierige Situation wird, durch den illegalen Trend zur Delikatesse Delfinfleisch, weiter verschärft. 900 Euro pro Kilo locken einige Fischer so sehr, dass sie gezielt dort die Netze auszuwerfen, wo sie diesen Meeressäuger vermuten. Schwarzfischerei und Quotenbetrug machen es dem Delfin schwer zu überleben, obwohl er unter das Fangverbot fällt.

 

Kommentare