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Warum erkennen Vögel Kuckuckseier trotz anderer Färbung nicht?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:58
Jeder kennt den Vogel Kuckuck und hat seinen charakteristischen Ruf schon einmal gehört.
Doch kaum einer weiß, wie trickreich dieser Vogel vorgeht, um seine Eier nicht selbst ausbrüten und seine Küken nicht füttern zu müssen. 
Der Kuckuck lässt seine Eier von fremden Vögeln ausbrüten und die Küken auch von diesen Vögeln aufziehen.

  1. Jeder Kuckuck bevorzugt den Wirtsvogel, von dem er selbst einmal aufgezogen wurde. Stundenlang beobachtet der Kuckuck das fremde Gelege, um in einem kurzen Moment der Abwesenheit des Wirtsvogel sein eigenes Ei in das fremde Nest hineinzulegen. 
  2. Anschließend verschluckt er ein Ei des ahnungslosen Nestbesitzers, so dass dieser nicht die unterschiedliche Anzahl bemerkt. Zusätzlich ist das Kuckucksei dem des geraubten Eis in Größe, Form und Farbe sehr ähnlich.
  3. Der Kuckuck nutzt gerne den viel kleineren Rohrsänger oder gar den winzigen Zaunkönig als Adoptiveltern. Das Bild des kleinen Zaunkönigs, wie er dem schon fast ausgewachsenen Kuckucksküken auf den Rücken klettern muss, um ihm Insekten in den Schnabel zu stopfen, wirkt schon grotesk und man wundert sich, wieso macht der Zaunkönig das ? 
  4. Das Ei des Kuckucks muss doch viel größer als das des Zaunkönigs sein. Zudem der Zaunkönig verblüfft zuschauen musste, wie das zuerst geschlüpfte Kuckucksküken unter Aufbietung aller Kräfte die Eier des Zaunkönigs aus dem Nest geschoben hat, um später keine Futterkonkurrenz zu haben. 
  5. Die Antwort ist recht einfach; ist das fremde Ei erst einmal angenommen, wird das Verhalten des Vogels später von seinen Instinkten dominiert. 
  6. Das Motto lautet dann: Mein Ei, mein Küken, meine Aufgabe, es zu füttern. 
  7. Der Gemeinheit nicht genug, imitiert das Kuckucksküken den Kükenruf des Wirtsvogel und zeigt dabei seiner Leihmutter den roten Schlund seines aufgerissenen Schnabels. Dem kann der eifrige Zaunkönig nicht widerstehen, und vor lauter Stolz auf sein riesiges Baby bringt er fleißig Futter heran. 
  8. Manchmal aber erkennen die betrogenen Vögel das Kuckucksei und werfen es hinaus. 
  9. Ein Kuckuck, der ein optisch ungleiches Ei in ein fremdes Nest legt, wird sich nicht vermehren können. Es kommt somit auf die perfekte Anpassung des Kuckucksei an seinen Wirt an.

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