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Warum ist Delfinfleisch verboten?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:33
Jüngste Anschuldigungen gegen italienische Restaurants lösten eine Woge der Entrüstung in den Medien aus.
Sowohl Lokale in der Hafenstadt Civitavecchia als auch in der Hauptstadt Rom sollen Delfinfleisch angeboten haben. Natürlich ohne entsprechendem Vermerk, dass das verbotene Fleisch Bestandteil der Speise ist. 

Bitte beachten

Doch nicht nur aus Gründen des Artenschutzes steht das Delfinfleisch in der Kritik. Es ist auch eine Frage der Gesundheit. Das Fleisch der Säugetiere ist voller giftiger Substanzen, die den menschlichen Körper große Schäden zufügen können. Unter anderem sind folgende Giftstoffe enthalten:

  • hoher Anteil Quecksilber,
  • krebserregende Chlorverbindungen (PCB),
  • Insektengift DDT

Und das zum Teil in einer 5000-fachen Überschreitung vom Normalwert. Der Verzehr von Delfinfleisch ist daher äußerst gefährlich. Krankheiten wie:

  • Parkinson,
  • Bluthochdruck,
  • Ateriosklerose 
  • Immunschwächen oder
  • Gedächtnisstörungen 

sind unter den menschlichen Konsumenten deutlich öfter vorhanden. Für Kinder besteht die Gefahr von Autismus, Aufmerksamkeitsstörungen und dem Asperger-Syndrom

Das Verkaufsverbot

Berechtigterweise kann man von einem italienischen Delfinfleisch-Skandal sprechen. Denn selbst wenn das Fleisch auf der Speisekarte gestanden hätte: Es wäre dennoch verboten gewesen. So ist das Jagen, Anlanden und der Verkauf in Europa durch die CMS ("Convention on Migratory Species", gelegentlich auch "Bonn Convention") untersagt. Die europäischen Länder unterschrieben mit der Bonner Konvention auch die Pflicht zum umfangreichen Schutz wandernder Arten - und dazu gehören die Delfine. 
Warum das Fleisch letztlich dennoch auf dem Teller landet? Hauptgrund dafür ist die massive Überfischung der Fischbestände. Immer mehr Meere sind leergefischt und offenbaren dadurch das Ergebnis eines jahrelangen, rücksichtslosen Fischfangs. Delfine, die ehemals nur ein Beifang waren, rücken deshalb zunehmend ins Zentrum von Fischern, weil die Säuger ein Teil dessen sind, was bleibt. 

Trickreiche Methoden

Da aus diesen Gründen kein europäisches Restaurant mit Delfinfleisch werben kann oder werben darf, ist es beinahe logisch, dass dem anderweitig abgeholfen wird. So wird das Fleisch auf der Speisekarte einfach nicht erfasst und - einmal mehr, einmal weniger heimlich - als anderes Gericht serviert. Ein besonders erschreckendes Beispiel: Bis 2008 wurde einigen Kindern an japanischen Schulen und Kindergärten das giftige, quecksilberhaltige Delfinfleisch vorgesetzt. Über die Gesundheit der Sprösslinge hat sich hier, auch wegen mangelnder Aufklärung, lange Zeit keiner Sorgen gemacht. 

Ein empfehlenswerter Film zu dieser Thematik ist die Oscar-prämierte Dokumentation "Die Bucht" mit Richard O'Barry, in der gezielt der japanische Küstenort Taiji beleuchtet wird. Ein Ort, wo alljährlich hunderte Delfine sinnlos abgeschlachtet werden - und ihr Fleisch für den Handel vorbereitet wird.

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