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Warum ist der Kilopreis auf Delfinfleisch so hoch?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:33
In sehr vielen europäischen Ländern sowie in einigen Teilen Nordamerikas ist das Essen von Delfinfleisch tabuisiert.
Für viele Menschen ist es nach wie vor unvorstellbar die Lieblinge der Meere zu verspeisen. Schließlich ist ihr IQ fast so hoch wie der der Menschen. Ganz anders ist jedoch die Situation in den Dritte-Welt-Ländern.

Das Fleisch des Delfins

  • ist ein dunkelrotes Fleisch
  • kommt geschmacklich dem Wild sehr nahe
  • eiweißreich
  • mager
  • cholesterinarm
  • eisen- und zinkreich
  • kann auf verschiedenste Arten zubereitet werden

Delfinfleisch nicht nur als Beifang

  • Delfine wurden immer schon als Beifang mitgefischt und als Köder, zum Beispiel für Haie, verwendet, oder von den besonders armen Fischern für den Eigenbedarf als Proteinquelle verwendet.
  • Mittlerweile werden aber die Delphine bewusst gefangen, obwohl sie im Mittelmeer seit zehn Jahren auf der Liste der gefährdeten Tiere stehen. Delfine sind vom Aussterben bedroht.
  • Die Nachfrage nach Delfinfleisch, vorerst noch mehr oder weniger im Geheimen, ist aber steigend, fast kann man schon von einem beginnenden Trend sprechen.
  • In einigen Restaurants in Italien wurde das Fleisch von Delfinen angeboten. Jedoch nicht offiziell auf der Speisekarte, sondern unter dem Code- Wort "Black". Der Kilopreis des Delfinfleisches liegt in Italien bei knapp 900 Euro, dreihundert bis vierhundert Euro für ein Kilogramm Fleisch ist ein Durchschnittswert. Italienische Reporter deckten den Verzehr des Delfinfleisches auf, der Skandal war perfekt und zahlreiche Medien berichteten ausführlich darüber. 

Was macht den Kilopreis des Delfinfleisches so teuer?

  • Das Fleisch des Delfins spielt eine untergeordnete Rolle. Frisches Fleisch ist nicht überall leicht zu bekommen. So kommen zum Beispiel in Deutschland auf zwanzigtausend Schweine- und Rinderfleischereien rund dreißig Fleischereien, die das Fleisch der Meeressäuger anbieten.
  • Delfine vermehren sich äußerst langsam. Die Überfischung führt dazu, dass schon vierzig Delfinarten als höchst gefährdet eingestuft wurden.
  • Brasilien führte ein generelles Fischfangverbot ein, Umweltschützer machen mit zahlreichen Aktionen auf die Delfin- Problematik aufmerksam und leisten gerade in den ärmeren Ländern wie Peru, Venezuela, Sri Lanka oder den Solomon-Inseln Aufklärungsarbeit.
  • Aber auch in den Industriestaaten Japan und Taiwan versuchen die Umweltschützer ein Umdenken der Bevölkerung zu erreichen.
  • Die jährliche Fangquote beträgt in Japan zur Zeit ungefähr zwanzigtausend Tiere. Die Zahl der Delfin-Tötungen geht in Japan leicht zurück, da der Verzehr des Delfinfleisches leicht sinkt und die Jagd auf die Wale dafür zunimmt.

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