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Wie melkt man eine Kuh?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:45
Zur Gewinnung von Milch werden Kühe gemolken. Früher wurde mit der Hand, heute meist maschinell.

Zur Gewinnung von Milch werden Kühe gemolken. Früher wurde das mit der Hand gemacht, heute hauptsächlich maschinell.

  • Tier muss Ruhe haben
  • Melkvorgang muss zügig erledigt werden

Melken mit der Hand:

  • Melkschemel
  • Melkeimer


Maschinelles Melken:

  • Melkmaschine

Melken mit der Hand

  1. Der Melkschemel ist ein Möbelstück aus Holz mit einer Sitzfläche und einem Standbein. Er besitzt Halterungen mit denen er am Körper befestigt werden kann. Das erleichtert die Arbeit bei mehreren Kühen, da die Sitzeinrichtung bei jedem Wechsel automatisch mitgeführt wird. 
  2. Massieren der Zitzen (anrüsten) setzt das Hormon Oxytocin frei, was bewirkt, dass sich die Milchkanäle für fünf bis sieben Minuten mit Milch füllen. 
  3. Der Melkende stellt den Melkeimer unter die Zitzen der Kuh und setzt sich mit dem Melkschemel neben sie. 
  4. Er umfasst die Wurzel der Zitze mit Daumen und Zeigefinger. Die übrigen Finger schließen sich nacheinander zur Faust. 
  5. Per Hand können bis zu zwei Zitzen gleichzeitig gemolken werden. 
  6. Mit Druck werden die Zitzen nach unten gezogen. Sollte die Kuh nervös sein oder Stress haben, wird das den Milchfluss hemmen. Die Kuh sollte sich wohlfühlen. 


Maschinenmelken

  1. Es werden vier Melkbecher an die Zitzen angebracht. Über Schläuche gelangt die Milch direkt in die vorgesehenen Behälter. Angetrieben wird die Maschine durch den Pulsator und die Vakuumpumpe. 
  2. Diese bewirken pro Sekunde ein saugen und massieren der Melkbecher an der Zitze. Es entsteht ein Unterdruck, durch den die Milch aus der Zitze austritt. Die Kuh verspürt keinen Schmerz bei richtiger Einstellung und Wartung der Melkmaschine. 
  3. Es wird zwischen zwei Verfahren unterschieden: Wechseltakt und Gleichtakt. Im Wechseltakt arbeiten zwei Melkbecher zeitversetzt zu den anderen zwei Melkbechern. 
  4. Bei dieser Methode besteht die Gefahr, dass sich Euterviertel entzünden. Schonender ist die zweite Methode, Gleichtakt, bei der alle Melkbesser zeitgleich arbeiten. Durch diese Methode erhöht sich die Milchausbeute. 
  5. Blindmelken am Anfang des Melkvorgangs: Massieren bewirkt die Aktivierung des Hormons Oxytocin, welches die Milch in die Milchkanäle fließen lässt. Wurde nicht genug massiert, kommt keine Milch beim ansaugen mehr heraus. Das ist das sogenannte Blindmelken.
  6. Blindmelken am Ende des Melkvorgangs: Der Melkbecher arbeitet, obwohl die Zitze leer ist. Zu vermeiden ist dies mit modernen Melkmaschinen, bei denen sich die einzelnen Melkbecher automatisch abstellen, sobald die Zitze keine Milch mehr gibt.

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