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Wie viel Honig produziert eine Biene?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:53
Stell Dir vor, Du bist eine Honigbiene, genauer gesagt eine Arbeitsbiene.
Es ist Sommer. Mit 60000 anderen Bienen lebst Du in einem Bienenstock. Deine Lebenszeit von etwa 45 Tagen verbringst Du mit einer festgelegten Reihe von Aufgaben. Bereits kurz nach Deiner Geburt hilfst Du beim Füttern und Pflegen der Larven und der Königin, beim Wabenbau, bei der Wachsherstellung, beim Honigmachen und beim Sauberhalten des Bienenstocks.

Nach einem Intermezzo als Wächterbiene wirst Du im Alter von 21 Tagen für den Außendienst eingeteilt. Jetzt erfüllt sich Dein Honigbienenschicksal: Du fliegst hinaus in die Welt, summst von Blüte zu Blüte und sammelst Nektar und Pollen. Und zwar eifrig. Von früh bis spät.

Der Außendienst:

  1. Du saugst den Nektar, kleine Tröpfchen zuckerhaltigen Wassers, die die Blüten bereithalten, um bestäubende Insekten anzulocken, durch den Rüssel in Deine Honigblase. 
  2. Dieses Organ, eine Art Vormagen, fasst etwa 70 Milligramm Nektar. Für eine solche Menge musst Du, je nach Nektarangebot, mindestens 100, eventuell bis zu 1000 Blüten besuchen. 
  3. Zurück im Bienenstock, übergibst Du den Zuckersaft an andere Arbeiterbienen, die ihn weiter bearbeiten und schließlich in Honigwaben bringen und dort zum Trocknen ausstreichen. 
  4. Beim wiederholten Aufnehmen in die Honigblase wird dem Nektar Wasser entzogen, durch Bienenenzyme wird er chemisch verändert und haltbar gemacht. 
  5. Der weitere Trocknungsprozess in den Waben wird von Deinen Bienenkolleginnen durch Flügelfächeln beschleunigt - so sinkt der Wassergehalt von etwa 70% im Nektar auf unter 20% im Honig. 
  6. Entsprechend hat das Endprodukt in der Honigwabe weniger als ein Drittel des gesammelten Nektarvolumens.
  7. Die Früchte Deiner Arbeit sind winzige Honigmengen. In den drei Wochen Deines Lebens, die Du mit Nektarsammeln verbracht hast, hast Du etwa 1,5 Gramm Honig erzeugt - eine Teelöffelspitze voll.

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