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Letztes Update am 22.10.2014, 14:36
Oft kein guter Ruf. Aber wichtiges Service!

Immobilienmakler vermitteln Immobilien zum Kauf oder zur Miete. Außerdem werden Sie auch von Mietern bzw. Käufern beauftragt, um beratend zur Seite zu stehen.

 

Grundsätzlich kann das Service eines Immobilienmaklers für jeden Sinn machen. Vor allem bei sehr risikoreichen Entscheidungen rund um das Wohnen sollte nicht auf das Fachwissen eines guten Maklers verzichtet werden.

 

In diesem Beitrag wollen wir uns ansehen, warum die Dienstleistung des Immobilienmaklers unverzichtbar ist und wie man vorgehen sollte, um den richtigen Makler auszuwählen.

Schlechter Ruf?

  • Wie in allen Berufsgruppen gibt es auch hier gute und weniger gute Immobilienmakler.
  • In vielen Kreisen ist der Makler-Beruf nicht gerade mit dem besten Ruf behaftet. Leider liegt das hauptsächlich an einigen wenigen schwarzen Schafen.
  • Die wichtige Dienstleistung, die vom Großteil der Makler verrichtet wird, wird dabei unter Umständen in den Schatten gestellt.
  • Das Thema Wohnen und dessen Regelungen sehen nach außen hin oft simpel aus; oft hat man es aber mit komplexen Sachverhalten zu tun, bei denen man ohne Makler schnell Fehler machen kann.
  • Ein guter Makler liefert umfassende Beratung und trifft fundierte Entscheidungen zum Wohle der Klienten.

Warum ein (guter) Makler das Geld wert ist

Vor allem wenn es um große, existenzielle Entscheidungen geht, sollte man man nicht auf das Service und das Know-how eines fachkundigen Immobilienmaklers verzichten. Das Miet- und Wohnrecht beinhaltet allerlei Fallen, bei denen man als Laie nur schwer den Überblick bewahren kann. Geplatzte Finanzierungen, ausbleibende Übergaben und Streitigkeiten im Nachhinein können weitgehend vermieden werden.

Zum Vergleich: Bei Immobilientransaktionen kann es zu „Unfällen“ kommen. Kleinere Wunden kann man vielleicht noch verkraften, bei größeren gibt es bleibende Schäden. Ein Arzt kann Verletzungen vielleicht im Nachhinein behandeln, eine Vorsorgeuntersuchung kann aber viele Erkrankungen verhindern.

Die Maklerdienstleistung kostet Geld. Ein guter Makler legitimiert das aber durch einen gelebten Service-Gedanken. Man kann das Angebot des Immobilienmaklers wie eine Versicherung sehen, in die man eine (in Bezug auf den Gesamtbetrag) relativ kleine Summe investiert, um umfassend vor diversen Risken geschützt zu sein.

Auf die Auswahl kommt es an

Da es diverseste Anbieter bzw. Makler gibt, sollte man sich auch dementsprechend gewissenhaft um einen guten Dienstleister umsehen. Man sollte, mit einer gewissen Portion Geduld, mehrere Gespräche führen und sich unterschiedliche Argumentationen anhören. Findet man den Immobilienmakler seines Vertrauens, so wird man über viele Jahre gut beraten werden und auch dementsprechend mit den getätigten Entscheudungen glücklich sein. In der Regel ist ein erstes, unverbindliches Beratungsgespräch auch nie mit Kosten verbunden, weshalb man durchaus die Möglichkeit hat, hier verschiedene Angebote gegeneinander abzuwägen. Ein guter Makler wird Verträge immer schriftlich anbieten um auch dem Klienten Rechtssicherheit zu bieten. Von Maklern, die nur mündliche Verträge schließen ist abzuraten.

Einfache und exklusive Verträge

In der Praxis gibt es zwei Arten von Verträgen: den Exklusivvertrag (oder Alleinvermittlungsvertrag) und den einfachen (oder schlichten) Maklervertrag. Obwohl in der Praxis häufig der schlichte Vertag bei Verkäufen anzutreffen ist, wird von dieser Vorgangsweise gewarnt. Zwar ist dieser „unverbindlich“ allerdings für beide Seiten, also auch für den Makler. Ein besonderes Marketing und damit ein höherer Preis sind so nicht erzielbar. Die Beauftragung mehrerer Makler ist in der Praxis ebenso üblich, führt aber meist zum Gegenteil des gewünschten Ergebnisses: nicht mehr Ehrgeiz bei den Maklern und ein höherer Preis werden erzielt, sondern am Markt wird versucht den geringeren Preis  zu vermarkten um für den potentiellen Käufer interessanter zu sein. Der Verkäufer bleibt dabei auf der Strecke. Beim Exklusivvertrag (der überwiegend von seriösen Maklern gemacht wird) gibt es eine Tätigkeitsverpflichtung für den Makler (mit einer Kündigungsmöglichkeit für den Auftraggeber, falls diese nicht erfüllt wird), ein besseres Marketing (damit einen besseren Preis) und umfassende Informationen.

Warum Provisionen bezahlen?

Gute Makler liefern also gute Leistungen und Betreuung ab. Dennoch ist vielen die Provision, welche ja bei Privatkauf nicht anfällt, ein Dorn im Auge. Hier ist anzumerken, dass sich eine solche Provision oft nur viel anhört, aber in kleinerer Relation zum eigentlichen Aufwand für den Dienstleister stehen. Die Provisionssumme ist in Österreich einheitlich geregelt und ein Anteil vom Kauf- bzw. Mietpreis. Diese fällt aber nur bei einem Abschluss an; bedenken sollte man daher auch die Bandbreite an Leistungen, die man davor provisionsfrei in Anspruch nehmen kann. Der Mieter bzw. Suchkunde könnte zum Beispiel vor dem Abschluss 10 oder 15 weitere Wohnungen besichtigt haben und dabei keinerlei Gebühren bezahlt haben. Bei der Mieterprovision ist auch zu berücksichtigen, dass aufgrund der rechtlichen Lage, die Situation unbefriedigend ist. Hier ist (ein seriöser) Makler häufig das Opfer der Situation. Eine rechtlich verbesserte Möglichkeit der Provisionsgestaltung (Beispiel: Verpflichtung der Vermieter zur Provisionszahlung, Möglichkeit der Absetzbarkeit/Einrechnung der Provision durch den Abgeber) würde diese Situation wahrscheinlich verbessern

Das Fazit

Vor allem bei komplexen Entscheidungen im Bereich Wohnen ist die Dienstleitung des Immobilienmaklers mehr als nur empfehlenswert. Der gebotene Service ist als Versicherung zu sehen und minimiert das eigene Risiko. Es gibt gute und schlechte Makler - leider sind häufig einige wenige 'schwarze Schafe' für den bescheidenen Ruf der Berufsgruppe verantwortlich. Wichtig ist jedenfalls, sich viel Zeit zu nehmen und den richtigen Immobilienmakler auszuwählen, um auch eine gute Leistung zu erhalten. Hier wird man dann über viele Jahre hinweg von diesem Vertrauensverhältnis und fachkundiger Beratung profitieren.

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